Der begehbare Kleiderschrank. Wie unser Ankleidezimmer entstand Teil I

Der begehbare Kleiderschrank. Wie unser Ankleidezimmer entstand Teil I

7. April 2021 0 Von Stephanie

Der letzte Blogeintrag ist verdammt lang her. Wir mussten aus persönlichen Gründen die Sanierung aussetzen. Seit Januar sind wir wieder dabei und es hat sich einiges getan. Aktuell sind wir dabei den ersten unserer zwei Flure fertig zu machen. Doch bevor wir euch in dahin mitnehmen, wollen wir noch ein ganz besonderes Zimmer zeigen. In den nächsten zwei Blogeinträgen dreht sich alles um das Ankleidezimmer.

Das Ankleidezimmer hat uns als eins der kleinsten Zimmer im Haus dennoch viel Arbeit bereitet. Nach den üblichen Arbeiten (Tapete entfernen bepielsweise, es waren neun Schichten) musste zunächst ein Balken ausgetauscht und das Gefache neu gesetzt werden. Also alle Backsteine raus, neuer Balkenteil rein, Wand wieder zumauern. Das passierte schon sehr früh, noch während wir im Ausräum- und Abrissprozess im ganzen Haus beschäftigt waren, im November 2018. Fertig geworden ist das Ankleidezimmer im August 2020. Wir haben natürlich nicht durchgehend an dem Zimmer gearbeitet.

Nachdem die neue alte Wand stand, habe ich den Raum gedämmt. Dafür haben wir auch hier Fachwerk-freundliche Dämmplatten genutzt (unseren Blogpost zum Thema Dämmen findet ihr hier), damit das Holz nicht gammelt und die Wände atmen können, also diffussionsoffen sind.

Das Ankleidezimmer nach dem Dämmen

Details über Details. Und keines darf man vergessen.

Im Ankleidezimmer haben wir sehr detailliert geplant, wie wir vorgehen und was wir in welcher Reihenfolge erledigen müssen. In den meisten Räumen des Hauses haben wir die Originalfenster erhalten können – im Ankleidezimmer war leider der innere Fensterrahmen durchgefault. Wir haben Doppelfenster, also an der Fachwerkseite je ein äußeres, dann das Fensterbrett und dann noch ein inneres Flügelfenster. Beide Fenster sind einfach verglast. Da alle anderen Fenster gut erhalten sind und wir aus rein optischen Gründen hier kein anderes Fenster haben wollten (sieht halt blöd aus an der Fassade), mussten wir den Rahmen ersetzen. Zu unserem Glück macht der Arbeitskollege von Georg in seiner Freizeit viel mit Holz, unter anderem eben Holzfenster bauen. Er bekam die Maße, das Glas und den alten Rahmen als optische Orientierung. Und siehe da: Wir haben ein nagelneues tolles Holzfenster vom Profi.

Das Einsetzen des neuen Rahmens war gar nicht so einfach. Georg hat zunächst die Wand grob mit Lehm verputzt. Dann hat er mittels Konstruktionsholz den Rahmen an der Wand befestigen können. Zudem musste das Fensterbrett breiter werden, da die Wand durch die Dämmung nun dicker als vorher ist. Sonst hätte das Fenster mitten in der Wand gesteckt und wäre nicht mehr aufgegangen. Zum Schluss wurde nochmal sauber und ordentlich eine dünne Lehmschicht aufgetragen. Perfekt abschließend mit dem Fensterrahmen.

Strahlend weiß.

Natürlich mussten wir auch im Ankleidezimmer Stromkabel und Heizungsrohre neu legen – wie eben in jedem Raum. Zusätzlich haben wir hier neue Rigipsplatten an der Decke angebracht, da die Decke überhaupt nicht mehr eben war und deshalb nicht schön aussah. Auch wenn diese Arbeiten an der Decke immer müßig und anstrengend sind – eine schöne glatte weiße Decke macht optisch schon sehr viel her. Deshalb lohnt sich das Verspachteln und abschleifen der Decke auch. Wie immer haben wir hinterher zuerst mit Rollputz, dann mit weißer Wandfarbe gestrichen.

Die Wände im Ankleidezimmer bestehen aus verschiedenen Materialien (eine Fachwerkwand, drei normal verputzte Mauerwände) und der Raum ist sehr klein, deshalb haben wir uns für ein schlichtes weiß an der Wand entschieden. Die Lehmwand wurde – wie ihr euch sicherlich denken könnt – mehrfach mit weißer Kalkfarbe gestrichen. Alle anderen Wände haben wir mit normaler weißer Wandfarbe gestrichen. Den Unterschied sieht man nicht, auch wenn es eigentlich nicht exakt derselbe Weißton ist.

Im nächsten Blogpost erzählen wir euch vom Fußboden und den letzten Feinschliffarbeiten im Ankleidezimmer. Außerdem könnt ihr euch auf eine große Überraschung freuen. Bis dahin: bleibt gesund!

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