Vom Rollputz. Und warum er für uns ideal ist.

7. Juli 2019 2 Von Stephanie

Long time no see. Or reading. Ja, wir haben uns etwas rar gemacht. Dafür geht es gut voran. Lange haben wir uns mit den Wänden, dem Eingipsen der Stromkabel und dem Verspachteln der teilweise sehr tiefen Löcher beschäftigt. Dabei sind wir auf etwas gestoßen, was uns die Arbeit immens erleichtert hat. Rollputz.

Long time no see. Or reading. Ja, wir haben uns etwas rar gemacht. Das lag nicht zuletzt daran, dass bei uns momentan so viel los ist – so kommen wir gar nicht richtig zum Bloggen. Wir sind aber ein gutes Stück weiter gekommen. Ihr werdet also demnächst wieder mehr von uns lesen.

Alte Wände – neue Gestalt

Das Problem mit unseren Wänden ist, dass sie teilweise stark porös und beschädigt sind. Zum Glück nur an der Oberfläche, aber doch so stark, dass bloßes Streichen nicht in Frage kam. Zu unschön wäre das Ergebnis geworden. So hatten wir schon die Befürchtung, dass wir ALLE Wände mit Feinspachtel glatt machen müssen. Mittlerweile sind wir da ganz gut drin – wenn nicht sogar Profis (kleiner Scherz am Rande). Jedoch ist Verspachteln mit großem Arbeitsaufwand und Materialkosten verbunden. Wer das schon mal großflächig gemacht hat, wird mir zustimmen. Ihr müsst wissen, beim Abkratzen der Tapete kamen manchmal auch kleine Sand/Putzbrocken mit runter – liegt eben an der porösen Struktur und ließ sich nicht immer vermeiden. Wir waren schon sehr frustriert, weil wir keine alternative Lösung gefunden haben, um dem Feinspachtel zu entgehen. Hätten wir die Wände einfach übergestrichen, wären zudem die fein gespachtelten Stellen deutlich sichtbar gewesen. Ihr müsst euch das so vorstellen: wir haben verputzte Wände, ein paar Stellen und die Leitungen in die Wände gelegt und verspachtelt. Dort, wo Spachtelmasse aufgetragen wurde, ist die Wand aber sehr glatt – im Gegensatz zum Rest der Wand.

Hier sieht man die verspachtelten Stellen im Schlafzimmer inkl. Stromkabelverlauf

Ein bloßes Überstreichen mit Farbe hätte dazu geführt, dass die Wände sehr unterschiedlich strukturiert gewesen wären. Das sieht einfach nicht schön aus. Georg hatte aber eine brilliante Idee – Rollputz.

They see me rollin´

Nach ein bisschen Recherche haben wir uns entschieden zumindest im angebauten Teil des Hauses – dort wo die Wände nicht aus Lehm bestehen – mit Rollputz zu arbeiten. Leider weißt Rollputz für Lehmwände keine geeigneten Eigenschaften auf, er ist nicht difussionsoffen. Warum das so wichtig ist, könnt ihr hier nachlesen. Rollputz ist eine wunderbare Erfindung. Je nachdem auf welchem Untergrund man ihn nutzen möchte, kann man ihn einfach direkt auftragen oder nach einer Tiefengrundierung verwenden. Er wird dann einfach auf die Wände gerollt. Im wahrsten Sinne des Wortes – Rollputz wird mit einer Malerrolle aufgetragen. Achtet darauf eine Rolle zu nutzen, die für strukturierte Wände geeignet ist. Nach dem Auftragen (ich habe es nach 3 Bahnen an der Wand gemacht) geht ihr mit einer Strukturrolle erneut über die Wand. Das sorgt für einen gleichmäßigen Auftrag und für ein gleichmäßiges Muster und Ebenmäßigkeit. Der Rollputz trocknet innerhalb von 24 Stunden, danach haben wir eine zweite Schicht Rollputz darüber gestrichen, einfach weil es nötig war, um die kompletten Wände gleichmäßig zu gestalten.

Tipps zur Nutzung von Rollputz

  • befreit die Wände vorm Auftragen von Staub – dazu reicht ein Handbesen
  • deckt den Boden ab, ihr kleckert in jedem Fall!
  • nutzt auch kleine Pinsel, um in alle Ecken zu kommen
  • stellt euch evtl. Wasser bereit zum Verdünnen

Welchen Rollputz nimmt man nun?

Ihr ahnt gar nicht, wie groß des Welt des Rollputzes ist. Erst mal müsst ihr euch sicher sein, welchen Rollputz ihr wollt. Für ein grobes Wandbild, nehmt ihr groben Rollputz, für ein feines Wandbild feinen Rollputz. Klingt logisch, oder? Wir haben uns für den feinen entschieden. Mir persönlich wäre es sonst zu rustikal geworden. Nachdem die Entscheidug gefallen war, haben wir im Netz ein wenig gelesen und Preise verglichen. Letztendlich sind wir in zwei verschiedene Baumärkte gefahren und haben zwei verschiedene Arten von feinem Rollputz gekauft. Was soll ich sagen? Der „billige“ Rollputz ist es geworden. Der Preis hat dabei eine nachgeordnete Rolle gespielt. Der teurere Rollputz hat einach sehr schlecht gedeckt und hat mich nicht überzeugt. Der Rollputz war sehr dünn und ließ sich entsprechend nur dünn auftragen. Der günstigere Rollputz war sehr dickflüssig (wir haben geringfügig verdünnt), entsprechend wenig musste aufgetragen und verbraucht werden.

Ich bin mit dem Endergebnis sehr zufrieden. Der Putz sieht toll aus und ergibt ein schönes Wandbild, die Qualität ist bisher wirklich gut. Er hält. Wir haben in den ersten Räumen auch schon Farbe angebracht. Mehr dazu ein anderes Mal.

Rollputz und Farbe. Was alles möglich ist.

Ich habe es schon angedeutet. Rollputz ist ein vielfältiges Produkt. Man kann ihn auftragen und die Wand somit weiß bekommen (Rollputz ist weiß, hatte ich bisher nicht erwähnt). Man spart sich also im Ernstfall einen Schritt, nämlich das Streichen nach dem Verputzen! Es ist aber auch möglich nachträglich Farbe aufzutragen, so wie wir es machen. Wir wollen teilweise sehr kräftige Farben nehmen. Man kann Rollputz aber auch direkt mit Farbe mischen und auftragen. Da wir uns allerdings für einen Anstrich nach dem Auftrag von Rollputz entschieden haben und die Farbe nicht direkt mit in den Rollputz gegeben haben, kann ich darüber nicht berichten. Seid euch bewusst, dass das Mischen von Rollputz und Farbe nicht zu einem satten Farbergebnis führen kann. Wer in Betracht zieht Rollputz mit Farbe zu mischen und beides direkt aufzutragen, sollte sich darüber noch gesondert informieren, zum Beispiel hier.

Zwei Räume sind bereits gestrichen und ich muss sagen: der Rollputz hält, es sieht sehr edel und fein aus. Ich bin mehr als zufrieden. Ich kann Rollputz deshalb nur empfehlen.

Rollputz. Alle Vorteile auf einen Blick

  • leichtes Auftragen
  • erspart Arbeit, wenn man Wände verputzen muss
  • sehr gutes Ergebnis
  • lässt sich fertig und zum selbst Anrühren kaufen
  • kann gut weiterverarbeitet werden – entweder mit Farbe direkt gemischt, kann aber auch überstrichen werden
  • färbt nicht ab im getrockneten Zustand
  • bei verspachtelten Wänden kann eine grobe einheitliche Struktur aufgetragen werden, sodass einzelne Stellen sich nicht mehr von der eigentlichen Struktur der Wand unterscheiden.

Klar muss aber auch sein, dass Rollputz überhaupt nicht zum Löcherschließen geeignet ist. Grobe Löcher in der Wand müssen dennoch verspachtelt werden. Diese glatten Stellen oder auch die versteckten und verspachtelten Leitungen würden sehr sichtbar bleiben, wenn man einfach drüber streicht. Rollputz führt zu einem ebenmäßigen Bild. Man sieht nicht mehr, wo die Leitungen langführen. Die Wand sieht aus wie neu.

Wand nach dem Auftrag von Rollputz.

Berichtet uns doch gerne über eure Erfahrungen mit Rollputz! Wir sind gespannt!

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