Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

Mühsam ernährt sich das Eichhörnchen

2. Dezember 2018 1 Von Stephanie

Zwei Monate sind vergangen seit Beginn der Sanierungsarbeiten. Unser Haus gleicht immer noch einer großen Baustelle. Uns ist klar: wir werden bis Anfang Februar nicht einziehen können. Der Plan war, ein bis zwei Räume plus evtl. Bad fertig zu haben. Da wir aber unsere ursprünglichen Pläne nochmal etwas umwerfen mussten und teilweise die Räume neu verteilt wurden, hängen wir leicht hinterher. Das ist kein Beinbruch (zumindest nicht für mich), aber setzt uns irgendwie gefühlt doch unter Druck. Auch wenn wir uns diesen Druck vermutlich selbst machen. Dennoch haben wir in den letzten Wochen einiges gerissen. Zum Beispiel den Fußboden im neuen Badezimmer. Das ehemalige Schlafzimmer der Vorbesitzer wird unser Wellness-Tempel. Das gut ist, dass in dem Raum bereits Abwasser und Wasserleitungen liegen, da hier ein Waschbecken für die Katzenwäsche installiert war. Kennen einige vielleicht noch von Oma…

Der Boden des Badezimmer wurde mit Beton übergossen – die Leitungen darunter. Da wir eine Fußboden im Bad wollen, musste der Boden rausgerissen werden. Sonst hätte die Höhe der Tür nicht gepasst. An einem Samstag haben also starke Freunde und Georg den Boden im Bad abgetragen. Darunter war nur Sand zu finden. Dort haben wir Gräben gezogen, in die dann die Rohre für die Abwasserleitungen kommen. Soweit so gut – die Gräben müssen jetzt noch stabilisiert und zugeschüttet werden. 

Georg verlegt die neuen Abwasserrohre im Badezimmer 

Endlich geht´s ans Rumgematsche 

In der Zwischenzeit habe auch ich einige Fortschritte im Bau gemacht und mein Talent zum Verputzen entdeckt. Nachdem wir in allen Räumen Tapeten und teilweise Wände eingerissen und einige Gefache ausgetauscht und erneuert haben, mussten wir jetzt wieder verputzen. Das geht beim Fachwerk am Besten mit Lehm. Das Anrühren ist dabei gar nicht so einfach, wie man sich das denkt. Wir haben den Lehm in 30kg-Säcken besorgt und säckeweise verarbeitet. Mit der Zeit bekommt man ein gutes Gefühl, wie viel Wasser man beimischen muss. Dabei unterscheidet sich die Wassermenge je nach Zusammensetzung des Lehms. Lehm ist halt nicht gleich Lehm. Ich möchte hier keine Angaben machen, die vielleicht auf andere Hersteller oder Putz-Arten nicht passen. Wichtig ist: die Konsistenz darf nicht zu hart und auch nicht zu flüssig sein. Vielleicht erinnert sich der eine oder andere ans Sandburgen bauen am Strand – wenn der Sand zu nass war, hielt er nicht. War er zu trocken, fiel er auch wieder ab. 

Gar nicht so einfach gerade zu verputzen…

So haben wir gemeinsam eine Wand verputzt. Anscheinend bin ich ein Naturtalent, wurde mir jedenfalls so gesagt. Deshalb durfte ich auch im künftigen Wohnzimmer eine Wand verputzen und meine Freundin in die Kunst des Lehm-Verputzens einweisen. Hat ganz gut geklappt, alles ist gerade und nichts ist abgefallen. Jetzt muss der Lehm einige Wochen trocknen. Das wird eine große Herausforderung werden, angesichts der kalten Jahreszeit. Wir haben zwar einen kleinen Ofen installiert, der muss aber auch wirklich fast dauerhaft beheizt werden. Es darf auf keinen Fall frieren und kalt werden im Haus! Aktuell haben wir immer zwischen 15 und 20 Grad – das passt! Jetzt heißt es warten, warten, warten…

…am Ende war alles (fast) gerade. An die Hölzer werden später die Heizungen gebohrt. Damit schafft man Stabilität – sonst würden die Heizungen nicht halten. 

Alles geht seinen Gang 

Die ersten Dämmplatten sind nun auch im Esszimmer angebracht. Das bringt uns ein großes Stück voran. Bald können wir also schlitzen und die Elektrik verlegen, zumindest für den Raum. Aber – gut Ding will Weile haben. Man muss so viel Beachten und kann nicht einfach loslegen. Für mich ist das manchmal nicht ganz einfach zu verstehen, ich bin ja Laie. Trotz der vielen Arbeit ist der Spaß am Umbau und an der Sanierung noch nicht vergangen. Und jetzt zur Weihnachtszeit habe ich eh fast durchgehend gute Laune, auch wenn wir so gar keine Weihnachtsdeko haben. Dafür freue ich mich umso mehr auf Weihnachten 2019. Dann werden wir mit unserem wunderschönen Kachelofen und einem Weihnachtsbaum Esszimmer sitzen und schöne Abende mit Familie und Freunden verbringen…

…da war noch was…

…neben Verputzen, Wasserleitungen legen und Gefache austauschen haben auch die Arbeiten zur Dämmung auf dem Dachboden begonnen. Dazu mussten wir die nachträglich eingezogenen Kammern rausreißen. Zum Vorschein kam ein wundervoller Blick aus dem Dachbodenfenster, der uns vorher so gar nicht bewusst aufgefallen war. 

Das ist das geheime Fenster des Hauses

Dafür lohnt sich Handgriff und jede anstrengende Arbeit auf der Baustelle. Am Ende weiß man ja doch, wofür man das alles tut. Wir sind immer noch überglücklich mit dieser Entscheidung. Jeden Tag mehr. 

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