Die ersten Schritte…

28. Oktober 2018 0 Von Stephanie

Die ersten Wochen sind um. Heute auf den Tag genau haben wir mit der Sanierung begonnen. Damals kam es mir unendlich lang vor, bis wir fertig werden. Das soll nicht heißen, dass wir übermorgen einziehen. Allerdings haben wir enorm viel geschafft bis heute. Es macht jeden Tag Spaß im Haus zu arbeiten und die Fortschritte zu beobachten. Wir sind stolz auf unsere bisherige Arbeit. 

…dabei gab es sehr viele tolle Erlebnisse, aber auch einige wenige böse Überraschungen…

Unsere Arbeit begann im Wohnzimmer. Dort haben wir zuerst die Holzverkleidung abgerissen – ist erstens nicht mehr zeitgemäß und zweitens auch überhaupt nicht gut für die Substanz des Hauses. 

Blick ins Wohnzimmer vor den ersten Arbeiten. 

Fachwerk muss „atmen“ – das zieht viele Konsequenzen mit sich. Keine volle Dämmung, wie sie in vielen Häusern heutzutage verbaut wird. Keinen normalen Putz. Keine normale Farbe, erst recht keine Tapete. Leider haben die Vorbesitzer so gut wie alles falsch gemacht, was man falsch machen kann. Neben Dämmwolle und Styropor findet sich stellenweise Beton und normaler Putz unter Tapete und Verkleidungen der Wand. Zum Glück ist im Wohnzimmer kein Schaden entstanden – oder wir haben noch keinen gefunden. Einziger Wehrmutstropfen ist eine Stelle an der Decke direkt am Schornstein. Leider sind dort die Balken vergammelt, sodass sie ausgetauscht werden müssen. Das ist alles nur halb so wild, im ersten Moment haben wir uns aber mächtig erschrocken und mir standen sofort die Tränen in den Augen. Meine große Angst? Der Traum vom Fachwerkhaus sei hier vorbei, weil das für uns zu teuer würde. Zu unserem Glück ist dem aber nicht so und unsere Kalkulation der Kosten fängt diesen Mangel auf. 

Das war noch der einfachste Teil – Holzverkleidung abreißen im Wohnzimmer

…es war ein langer Weg bis heute…

So schnell die Holzverkleidung runter war, so langsam und müßig war die Arbeit danach. Schnell stellten wir fest, dass die Balken an der Decke des Wohnzimmers – bis auf die Balken am Schornstein – in einem Topzustand sind. Sie wurden mit Lehm verputzt. Genau so muss mit dem Holz beim Fachwerk umgegangen werden. 

Die nächste Überraschung wartete allerdings noch – und die hatte es in sich. Unter dem Holz fanden wir Styroporplatten, mit denen die Räume gedämmt wurden. Ein absolutes No-Go bei Fachwerk, da die Feuchtigkeit nicht durch die Wände zirkulieren kann und sich in der Wand sammelt. Die Folge: Schimmel, gammelige Balken und letztendlich irgendwann ein Abriss. Zum Glück zog dies aber keine Folgen mit sich, sodass wir beruhigt weiter sanieren konnten. Was dann allerdings in Arbeit ausartete, war das Entfernen der Grundierung unter zusätzlicher Tapete. Nochmal im Klartext: Holzverkleidung – Styropor – Tapete – Grundierung und auf Kniehöhe auch noch Beton. Alles musste runter. Das war keine schöne Aufgabe, denn der Spachtel war hier fast gar nicht von Nutzen. Georg ist als Handwerker allerdings pfiffig genug und hat schnell ein Werkzeug gebaut – ich nenne es mal Schaber. Damit konnte ich zwar immer noch mit großer Mühe und viel Muskelkraft in den Fingern weiter arbeiten. Dennoch hat das Freilegen der Lehmwand nochmals 3 Wochen gekostet. Ich habe auch erstmal genug davon…

Eine Lehmwand, die bereits teilweise freigelegt ist. Unter dem Fenster sieht man die Schicht Tapete und Grundierung noch gut. 

Jetzt sind wir schon fast mit dem Wohnzimmer fertig. Der Beton ist leider immer noch da – der muss noch weg. Aber wir haben eine tolle Entdeckung gemacht. Der Dielenboden ist in einem sehr guten Zustand. An zwei Stellen sieht man die Abnutzung – klar, hier wurde gewohnt – aber wir können durch abschleifen und Aufbereitung der Böden wieder alles herstellen. Das sind unglaublich tolle Neuigkeiten, denn echte Dielenböden sind schweineteuer. 

Unsere erste Erkenntnis zum Haus und zum Sanieren: es kommt immer anders als man denkt. Wir entdecken jeden Tag neue tolle Dinge (dazu wird es noch einen extra Blogpost geben) und sind jeden Tag glücklicher mit der Entscheidung dieses Haus gekauft zu haben. Es wird immer wieder kleine Rückschläge geben und böse Überraschungen. Aber bisher – toi, toi, toi – nichts, was nicht behoben werden kann. Man darf sich von bösen Überraschungen nicht entmutigen lassen und ein kleines bisschen Fantasie gehört zum Sanieren dazu. Erfindungsreichtum hat schon immer geholfen und wer sich ein wenig auskennt, weiß worauf er achten muss. Insofern: wir sind sehr zuversichtlich! Es wird ein großartiges Haus sein, wenn wir fertig sind. 

…unsere kleinen und großen Erfolge könnt ihr übrigens fast täglich auf Instagram verfolgen…

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